Geschichte der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität Würzburg

1402 bis 1800

Die Bayerische Julius-Maximilians-Universität in Würzburg wurde erstmals 1402 als rechtlich ungesicherte Dotierung von Johan von Egloffsteins gegründet und sollte die damalige Kirchenpolitik unterstützen. Im Jahr 1582 hat Bischof Julius Echter die Universität nach einer einjährigen Gründungsphase erneut ins Leben gerufen und reformiert. 1796 gelang es schließlich den bedeutenden Gelehrten Carl Caspar von Siebold als Professor für die Universität zu gewinnen und mit ihm den Aufschwung einzuläuten. Auch für die Alma Julia erwies sich dieser Aufschwung der Medizinischen Fakultät als positiv und half die Praxis-Defizite der akademischen Schulwissenschaft zu beseitigen. Die positive Entwicklung wurde zusätzlich durch das Stiftungsvermächtnis von Julius Echter entscheidend gefördert. Julius Echter hatte eine enge Verflechtung des Krankenhauses "Juliusspital" und der Universität angestrebt und realisiert. Damit schuf er die Voraussetzung für wesentlich bessere Arbeits-, Entfaltungs- und Forschungsmöglichkeiten als sie anderen deutschen Hochschulen gegeben war.

Das 19. Jahrhundert

Einerseits war die Universität bis in die 30iger Jahre des 19. Jh. vom materiellen Stifterwillen Julius Echters abhängig, andererseits sorgte die reichlich dotierte Stiftung für Wohlhaben und optimale Forschungsvoraussetzungen. Mit ihrer Hilfe konnte sich die Universität bis zum Dreißigjährigen Krieg sogar zum "Bankier des Frankenlandes" entwickeln.
Der Bayerische Staat begann 1830 die Universität - wenn zunächst auch sehr zögerlich - finanziell zu unterstützen und übernahm damit nach und nach den jährlichen Unterhalt. Somit wurde die Alma Julia immer stärker von staatlichen Interessen geprägt und konnte im 18. Jahrhundert kaum die Enge des Provinzialismus verhindern. Diese Nebenerscheinung wurde dann im Laufe des 19. Jahrhunderts abgestreift, da die Anzahl der Studierenden um mehr als das Doppelte anstieg (ca. 500). In jener Zeit kristallisierte sich Würzburg erstmals als Zentrum der burschenschaftlichen Bewegung heraus.
Die Bedeutung als Medizinische Fakultät war einer der Gründe für das überdurchschnittliche Wachstum der zwischenzeitlich in ergebener Reverenz des bayerischen Königtums "Alma Julia Maximilianea" genannten Hochschule. Diese Tatsache hatte zur Folge, dass bald ein Drittel aller Immatrikulierten an der Würzburger Universität studierte.
Die Entwicklung der Würzburger Universität in der zweiten Hälfte des 19. Jh. ist - ohne den nach wie vor bedeutenden Anteil der Theologischen Fakultät zu verkennen - Spiegel des rapiden Aufstiegs der Medizin und der Naturwissenschaften. Namen wie "Virchow" und "Röntgen", die von 1849-1856 bzw. von 1888-1900 in Würzburg lehrten, unterstreichen die Relevanz innerhalb der wissenschaftlichen Hochschulen.
An dieser Stelle soll die großzügige und liberale staatliche Wissenschaftspolitik nicht unerwähnt bleiben. Schließlich sicherte sie die notwendigen baulichen Erweiterungen der Universität und ermöglichte es Röntgen seine Arbeit mit großzügig ausgestatteten Laboratorien fortzusetzen, um damit den Aufstieg nachhaltig zu fördern.
Später sollten die neuen Universitätsinstitute vornehmlich an der jeweiligen Peripherie der Stadt ausgerichtet werden. So wurde beispielsweise der Bau der Universitätskliniken in Grombühl kurz vor Beginn des ersten Weltkrieges geplant und begonnen, während des Krieges eingestellt und erst 1919 unter den schwierigen ökonomischen Bedingungen der Nachkriegszeit wieder aufgenommen und 1921 im Wesentlichen zum Abschluß gebracht.


Nobelpreisträger, die an der Julius-Maximilians-Universität lehrten

Wilhelm Conrad Röntgen Wilhelm Conrad Röntgen (gest. 1923),
Entdecker der Röntgenstrahlen,
Nobelpreis für Physik 1901

Emil Hermann Fischer Emil Hermann Fischer (gest. 1919),
Nobelpreis für Chemie 1902

Eduard Buchner Eduard Buchner (gest. 1917),
Nobelpreis für Chemie 1907

Wilhelm Wien Wilhelm Wien (gest. 1928),
Nobelpreis für Physik 1911

Johannes Stark Johannes Stark (gest. 1957),
Nobelpreis für Physik 1919

Hans Spemann Hans Spemann (gest. 1941),
Nobelpreis für Medizin 1935

Klaus von Klitzing Klaus von Klitzing (* 1943),
Nobelpreisträger für Physik 1985

Hartmut Michel Hartmut Michel (* 1948),
Nobelpreis für Chemie 1988

Harald zur Hausen Harald zur Hausen (* 1936),
Nobelpreis für Medizin 2008