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Würzburgs Geschichte

Der Name „Würzburg“ (Castellum Virteburch), der ursprünglich wohl die heutige Festung Marienberg bezeichnete, wird 704 erstmals genannt. Nach dem Aussterben der Hetanen um 720 übten die Würzburger Bischöfe bis 1803 die Stadtherrschaft aus. Gegründet wurde das Bistum Festung742 durch den Hl. Bonifatius.

Wohl seit dem späten 8. Jahrhundert befand sich die Kathedralkirche in der Stadt, ursprünglich vielleicht über dem Grab der Frankenapostel an der Stelle des heutigen Neumünsters.

Zahlreiche Reichstage fanden im Hochmittelalter in Würzburg statt, das somit zeitweise eine Hauptstadtfunktion für das Reich innehatte. 1168 verlieh Kaiser Friedrich Barbarossa anlässlich eines solchen Reichstages in der sog. „Güldenen Freiheit“ Bischof Herold für das Hochstift, d.h. seinen weltlichen Herrschaftsbereich, herzogliche Recht. Seitdem führten die Würzburger Bischöfe den Titel des Herzogs von Franken (bis 1803).

Während der folgenden vier Jahrhunderte versuchte die Stadt Würzburg mehrfach, sich der Oberhoheit der Fürstbischöfe zu entziehen und Reichsstadt zu werden. 1400 erlitt die Bürgerschaft allerdings eine vernichtende Niederlage gegen das bischöfliche Heer. Dennoch behielten die Bischöfe bis in das 18. Jahrhundert ihren Sitz auf der Festung Marienberg, die sie seit dem frühen 13. Jahrhundert zur Residenz ausgebaut hatten.

Die Reformation fasste v.a. in der Stadt Würzburg Fuß, wo zeitweise die Mehrheit der Bevölkerung die lutherische Lehre annahm. Während des Bauernkrieges begehrte die Bürgerschaft zum letzten Male gegen die bischöfliche Herrschaft auf. Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn (1573-1617) vollendete die kirchliche Reform im Sinne des Konzils von Trient. Die Protestanten, die nicht zum alten Glauben zurückkehren wollten, ließ er aus dem Hochstift vertreiben. Unter seiner Herrschaft wurden das Juliusspital und die Universität gegründet sowie die Wirtschaft des Hochstifts zu einer neuen Blüte geführt.

Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) brachte neben Belagerungen und Truppendurchzügen die bittere Periode der schwedischen Fremdherrschaft, die den sächsischen Prinzen Bernhard von Weimar als protestantischen weltlichen „Herzog von Franken“ etablierte (1631-1634). All dies führte zum Ruin der Wirtschaft, Verelendung des Bürgertums und hohen kulturellen Verlusten (z.B. Verschleppung der reichen Hofbibliothek nach Uppsala/Schweden, wo sie sich bis heute befindet.)

EinKäppelee neue Blütezeit erlebte Würzburg unter den Fürstbischöfen aus dem Hause Schönborn, die das Hochstift mit Unterbrechungen knapp 100 Jahre reagierten (1642-1746). Unter ihnen entstand der „fränkische Barock“, der seine höchste Vollendung in der Würzburger Residenz Balthasar Neumanns gefunden hat. Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal (geb. 1779), der im Sinne des aufgeklärten Absolutismus regierte, leistete Bedeutendes für das Hochstift, v.a. im Bereich der Bildungspolitik und der Sozialfürsorge.

1803 kam Würzburg an das Kurfürstentum Bayern, welches es allerdings schon 1805 wieder an den entthronten habsburgischen Großherzog Ferdinand von Toscana weitergab. Dessen kurze Herrschaft als Großherzog von Würzburg war aber mehr ein Intermezzo.

1814 kam Würzburg endgültig an das Königreich Bayern und wurde Hauptstadt des Kreises, heute Regierungsbezirk, Unterfranken.

Vor allem deswegen und dank des Fortbestehens der Universität sowie als Sitz des Bischofs konnte Würzburg in den folgenden Jahrzehnten wenigstens einen Teil seiner früheren Bedeutung wahren.

1848 fand in Würzburg die erste deutsche Bischofskonferenz statt, ein Zeichen dafür, dass die Stadt sich wieder als geistliches Zentrum etabliert hatte.

Nach dem preußischen-österreichischen Krieg von 1866 wurde die längst anachronistisch gewordene Festungseigenschaft Würzburgs aufgehoben, wodurch eine Expansion der Stadt über die alten Stadtgrenzen hinaus möglich wurde.

1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen in Würzburg die nach ihm benannten Strahlen.

Die größte Katastrophe seiner Geschichte erlebte Würzburg durch den Angriff britischer Bomber am 16. März 1945, als die Stadt zu mehr als 80 % zerstört wurde und mehr als 5.000 Einwohnern im Feuersturm umkamen. Dennoch gelang der Wiederaufbau relativ schnell, so dass die geschlagenen Wunden allmählich verheilten. 1991 wurde mit der Rekonstruktion des Spiegelkabinetts der Wiederaufbau der Residenz abgeschlossen.

2004 feierte Würzburg seinen 1300. Geburtstag.

 

Berühmtheiten der Stadt Würzburg

Walther von der Vogelweide Walther von der Vogelweide (gest. 1230), Minnesänger

Tilman Riemenschneider Tilman Riemenschneider (gest. 1531), Bildhauer

Balthasar Neumann Balthasar Neumann (gest. 1753), Barockbaumeister, baute u.a. die Residenz und das Käppele

Giovanni Tiepolo Giovanni Battista Tiepolo (gest. 1770), Maler, gestaltete die Fresken in der Residenz

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